Unter „psychischer Belastung“ versteht man in den Arbeitswissenschaften alle Einflüsse, die von außen auf den Menschen bei der Arbeit zukommen und psychisch auf ihn einwirken. Es geht hierbei also um Anforderungen durch die Arbeit bzw. die Arbeitstätigkeit und die Arbeitsumgebung. Dies sind alle Faktoren, die das Denken, Fühlen und Verhalten bei der Arbeit beeinflussen. Somit unterscheidet sich die Verwendung der Begrifflichkeit in den Arbeitswissenschaften davon, wie wir im Alltag von Belastungen sprechen. Denn dann geht es meistens um etwas, das uns im negativen Sinne belastet. Der Begriff „psychische Belastungen“ wurde in der DIN EN ISO 10075 aber als neutral formuliert. Psychische Belastungen am Arbeitsplatz können in ihrer Wirkung negativ aber auch positiv sein. Häufig spielt auch die Ausprägung der jeweiligen psychischen Belastung eine Rolle für die psychische Beanspruchung (unmittelbare Wirkungen der psychischen Belastungen im Individuum) und die Beanspruchungsfolgen (langfristige Wirkungen der psychischen Belastungen im Individuum). Oft werden psychische Belastungen bei der Arbeit in fünf Merkmalsbereiche eingeteilt: 1. Arbeitsinhalt/Arbeitsaufgabe (z.B. Vollständigkeit der Aufgabe, Handlungsspielraum), 2. Arbeitsorganisation: (z.B. Arbeitszeiten, Arbeitsunterbrechungen), 3. Soziale Beziehungen (z.B. Anzahl sozialer Kontakte, soziale Unterstützung, Qualifikation der Führungskräfte), 4. Arbeitsumgebung (z.B. Lärm, Beleuchtung, Ergonomie) und 5. Neue Arbeitsformen (z.B. Mobilität, atypische Arbeitsverhältnisse, zeitliche Flexibilisierung).